Gut durchdachte Erdung reduziert EMV-Einflüsse

Workshop: 09.09.2020 | 10:00 bis 17:30 Uhr
Ort: Kongresshalle Böblingen

 

Wenige Anlagenausfälle dank praxistaugliche Erdungskonzepte

Was ist bei der Erdung einer Anlage zu beachten – besonders im Hinblick auf industrielle Netzwerke wie PROFINET? Vermaschte Erdungssysteme werden heute pauschal als das Allheilmittel propagiert. Macht das in jedem Fall Sinn? Oder ist es nur eine andere Verteilung der Masseströme? Welche anderen Lösungen gibt es? Diese Themen stehen – aus Sicht der Anlagen-EMV – im Mittelpunkt des Workshops.

Bei der Auslegung eines Feldbussystems ist ein schwingungsarmes EMV-Konzept von essenzieller Bedeutung für eine hohe Verfügbarkeit einer Anlage. Im dem ganztägigen Workshop erläutert Hans-Ludwig Göhringer die verschiedenen Arten von elektromagnetischen Einflüssen, wie sich diese auswirken und welche konstruktiven Maßnahmen dagegen schützen.

PROFINET ersetzt die klassischen Feldbusse und ist in einigen Anlagen bereits seit über zehn Jahr im Einsatz, so dass jetzt Alterung und Verschleiß immer öfter zu Ausfällen der Kommunikation – und damit zum Stillstand der Maschinen und Anlagen führt. Die Ursachen für Ausfälle sind häufig elektromagnetische Effekte in Verbindung mit Mängeln an der Netzwerk-Infrastruktur, wie beispielsweise Installationsfehler, mechanische Belastungen der Leitungen oder die Oxidation von Kontakten. Aber auch die Mechanik verursacht Störungen durch ESD Effekte. Das ist eine Erscheinung, die sich – nicht vorhersagbar – manchmal schon nach 6 Monaten oder auch erst in zehn Jahren bemerkbar macht und steigende Ausfallrate verursacht.

Im eintägigen Workshop lernen Sie die Grundlagen zu Themen wie Leitungsabschirmung und Potentialausgleich. Wichtige Aspekte bei der Kabelführung werden ebenso behandelt wie die einfache EMV-Bewertung einer Gesamtanlage. Mit einem Schulungskoffer werden die Suche nach EMV-Störern und verschiedene Fixing-Maßnahmen praktisch vorgeführt. Dabei kommt auch der Quicktester ESD-QT 16 zum Einsatz. Er signalisiert Entladungen per Alarmleuchte oder Hupe. Mögliche Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden an elektronischen Baugruppen runden den Workshop ab. Im Workshop-Paket ist ein persönlicher Sonden-Bausatz enthalten, mit dem Sie in Ihren Anlagen selber nach Störern suchen können.

Aktuelle Anpassungen und Erweiterungen in der Normenwelt werden ebenfalls behandelt, beispielsweise die „Planungs- und Installationsempfehlungen für die Funktionserdung und Schirmung von PROFIBUS- und PROFINET-Netzwerken“ oder „DKE/AK 712.0.6 PA-Ströme“ aus den VDE.

 

Zielsetzung

Sie lernen, die Erdungskonzepte von Netzwerken und Feldbussystemen aus EMV-Sicht zu betrachten. Sie können durch die gelernten Maßnahmen die Leistungsfähigkeit Ihrer Feldbussysteme erhalten bzw. wiederherstellen und so unvorhersehbare Störungen vermeiden.

 

Inhalte

  • Interne und externe EMV
  • Grundlagen der EMV (Sender, Übertragungsstrecke, Empfänger)
  • EMV-gerechte Erdungssysteme
  • Einfluss der Netzseite
  • EMV-Testgeräte und -Verfahren
  • Regeln für einen EMV-gerechten Busaufbau einschließlich Fixing-Maßnahmen
  • Neues von der PNO und dem DKE

 

Vorraussetzungen

EMV Grundkenntnisse in den Bereichen Netzwerke und Feldbussysteme

 

Interresant für

Projektingenieure, Elektrokonstrukteure und Instandhalter in den Bereichen Prozess- und Fertigungsautomation
 

Teilnahmeinformationen

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. An einem Schulungskoffer werden die Messverfahren für die Suche nach EMV-Störer praktisch vorgeführt. Die Teilnehmergebühr: EUR 490,00 zzgl. MwSt. pro Person. Tagungsunterlagen, Teilnahmezertifikat, Bausatz und Verpflegung sind in der Gebühr enthalten.